“It’s an environment where you are really hearing about global trends in niche publishing”– Ein Hintergrund-Artikel zur internationalen Fachverlagskonferenz SIPA Munich 2012 vom 28.-30.03.2012

Andy McLaughlin

Paywalls have become a huge issue for specialized information companies – for all media companies, really. At SIPA Munich on March 29, Joris van Lierop of the leading Dutch financial newspaper, FD Mediagroep, will tell how they successfully introduced a paywall model in June and show data from the launch.

In addition, van Lierop, who also spent seven years with Wolters Kluwer, will speak about the development of sustainable business models for high quality content. Will people pay for news? In this case, yes they will. Weiterlesen

Ohne Verlag zum Erfolg? Akademie und buchreport mit Veranstaltung auf Leipziger Buchmesse

Die amerikanische Bestsellerlieferantin Amanda Hocking hat es vorgemacht: Für immer mehr Autoren ist Selfpublishing mittlerweile ein Zauberwort, das ihnen die Türen zum Publikum und zum Erfolg aufstoßen soll. Als Sprungbrett auf die große Bühne kann vor allem das Kindle-Direct-Publishing-Programm von Amazon dienen – und Apple ist inzwischen mit iBooks Author nachgezogen. Die Verheißung: Ohne auf einen Verlag angewiesen zu sein, lassen sich E-Books schnell, unkompliziert und mit höherer Gewinnspanne veröffentlichen als auf bislang branchenüblichen Wegen.

 

„Brauchen Bücher und Autoren noch Verlage“? Moderiert von buchreport und in Kooperation mit der Akademie des Deutschen Buchhandels veranstaltet, wird diese Frage am Donnerstag, 15. März, von 16 Uhr bis 17 Uhr auf dem Forum leipzig.liest.digital
(Halle 5, Stand B600)
der Leipziger Buchmesse diskutiert. Weiterlesen

E-Learning: „Enormes Potenzial für Verlage“ – Interview mit Sünne Eichler

Die Relevanz und Verbreitung von E-Learning hat in den letzten Jahren massiv zugenommen. Warum das selbstbestimmte Lernen über E-Learning-Programme aus Unternehmen und Privathaushalten nicht mehr wegzudenken ist und wie Verlage sich diese Entwicklung zu Nutze machen können, erklärt Sünne Eichler im Interview

Sünne Eichler

Immer mehr Menschen recherchieren, kommunizieren, bestellen und kaufen im Internet. Geben Sie uns Ihre Einschätzung: Wird auch das Lernen in Zukunft zunehmend digital?

Das digitale Lernen ist schon jetzt aus Unternehmen und in Privathaushalten nicht mehr wegzudenken. Für viele ist das selbstbestimmte Lernen über ein E-Learning-Programm normaler Alltag. Allein die Verdoppelung der Nutzer mobiler Endgeräte von 2010 auf 2011 (gem. einer Studie des Bitkom-Verbandes) hat die Nachfrage nach mobilen Lernlösungen beflügelt.  Aber auch das „herkömmliche E-Learnen“ zuhause oder im Betrieb nimmt zu: Laut einer MMB-Studie lag der Umsatz der E-Learning-Branche 2007 bei 160 Mio., 2010 bereits bei 350 Mio. Euro. Weiterlesen

„Vertieftes Wissen für das Dialogmarketing in Verlagen“ – Interview mit Bernd Zanetti

Ob im Abo-Geschäft oder bei der Vermarktung von Datenbanken, Apps & Co – (Fach-)Verlage können den Dialog mit ihren Kunden heute vielfältiger gestalten als jemals zuvor. Wie ein neuer Zertifikatskurs der Akademie des Deutschen Buchhandels das dafür notwendige Know-how vermittelt, erklärt Geschäftsführer Bernd Zanetti.

 

1)     Im März bietet die ABernd Zanettikademie des Deutschen Buchhandels erstmalig den Zertifikatskurs Dialogmarketing Manager Print/Online ADB an. Warum dieses Thema in diesem Format?

Wir reagieren mit dem „Dialogmarketing Manager Print/Online“ auf den Umstand, dass Online-, Social-Media- und Mobile Marketing in (Fach-)Verlagen weiter an Bedeutung gewinnen. Gleichzeitig werden die „klassischen“ Werbemittel nach wie vor eingesetzt – und das in der Regel mit großen Erfolg. Vor diesem Hintergrund bietet das Seminar eine integrierte Sichtweise, um Mitarbeitern aus Verlagen und Medienunternehmen umfassend im Direkt- bzw. Dialogmarketing fortzubilden. Weiterlesen

Ehrhardt F. Heinold zur neuen Akademie-Konferenz “Zukunftsstrategien für Loseblattwerke”

Eine intensive Beschäftigung mit dem Loseblattwerk klingt scheinbar anachronistisch, denn Loseblattwerken wird schon seit Mitte der 90er Jahre ein rasches Ende prophezeit. Die Realität in vielen Fachverlagen sieht jedoch anders aus. Noch immer erscheinen Hunderte solcher Werke, es werden von den meisten LBW-Verlagen auch weiter neue Werke auf den Markt gebracht. Dennoch ist der Trend eindeutig: Bei den meisten Loseblattwerken entwickeln sich die Kennziffern (Abonnements, Haltbarkeit, Cost-per-Order) negativ.  Aus vielen Gesprächen Verlegern und Produktmanagern habe ich die Frage mitgenommen: Welche Strategie ist für welches Werk die richtige? Weiterlesen

Der F-Faktor – “Freunde, Fans und Follower in den Kaufprozess integrieren”, Prof. Dr. Clemens Koob zu F-Commerce, Editorial Shopping & Co.

1.  Herr Prof. Koob, was versteht man unter Editorial Shopping und was hat es mit Corporate Publishing zu tun?

Beim “Editorial Shopping” geht es um die optimale Verknüpfung von “Content” und “Commerce”. Also um Corporate-Publishing-Lösungen, die den Vertrieb unterstützen, Kaufanreize schaffen und den Absatz erhöhen. Ein Beispiel sind Verbindungen zwischen Kundenzeitschriften und digitalen Medien, bei denen gedruckte Informationen so aufbereitet werden, dass sie den Leser zum Online-Einkauf in den Onlineshop des Unternehmens führen. Genauso zählen aber auch andere CP-Lösungen, die den Vertrieb unterstützen, dazu, z. B. wenn im Rahmen von redaktionellen Inhalten auf Kontakt- oder Bestellmöglichkeiten verwiesen wird. Editorial Shopping ist damit ein Thema sowohl für den B2C- als auch den B2B-Bereich.


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“Der Konsument ist auf der Suche nach einer Struktur.” – Eindrücke vom 2. Kindermedienkongress der Akademie

Am 23. November 2011 fand zum zweiten Mal der Kindermedienkongress der Akademie im Münchner Literaturhaus statt. Hier ein kurzer Bericht von Franziska Dettke, Teilnehmerin und Studentin des Masterprogramms Kinder-und Jugendmedien an der Universität Erfurt:

Franziska Dettke

Franziska Dettke

Der Schwerpunkt des Kongresses „Was geht App für Kids? – Die Zukunft der Kindermedien“ lag klar bei der Konzeption, Entwicklung und Nutzung von Apps. Die Zeichen der Zeit sind erkannt. Vielleicht war deshalb kein Raunen aus den Reihen der Printverlage zu vernehmen, als Dirk Ziems (concept m research + consulting) die These aufstellte: „Das iPad hat das Zeug, in der Mediensozialisation das erste Gerät zu werden.“
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Fachmedien sind Relevanzfilter – Interview mit der Referentin Brita Westerholz, Verlagsleitung Agrar-Medien, dfv

 

  1. Mit den „B2B-Wertewelten” hat der dfv bereits die zweite Studie zu Fachmedien publiziert. Was war Ihr Motiv für die neue Untersuchung?
    Die Fragmentierung der Medien sorgt auch für eine deutliche Verschärfung des intermedialen Wettbewerbs, denn die Zeitbudgets der Leser bzw. die Mediabudgets der Kunden wachsen nicht mit. So steht vor jeder Entscheidung für ein Abo, für die Teilnahme an einem Event oder für die Buchung von Werbeplätzen immer die Entscheidung für die Gattung. Deswegen ist es wirklich wichtig, an dieser vorgelagerten Verkaufsfront für Transparenz zu sorgen und pro Fachmedien nachhaltig zu punkten. Erst, wenn hier positiv entschieden wird, können unsere Salesteams auf der Ebene der einzelnen Medienmarken ansetzen.

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Rückblick: Best of Social Media-Konferenz 2011

Im November fand unsere erste Social Media-Konferenz statt. Da Twitter ja leider die Tweets und Suchanfragen (in diesem Fall #smk11) immer sehr schnell wieder löscht, hier eine kleine Zitatesammlung:

Axel Dammler, iconkids&youth

Axel Dammler

Axel Dammler

  • “In den sozialen Netzwerken sind junge Menschen ehrlich zueinander. Was sie dort machen, ist authentisch. Sie reagieren damit auf unsere Lebenswelt, in der vieles (z.B. in den Medien) nicht mehr authentisch ist.”
  • „Soziale Netzwerke sind ein brilliantes Kommunikationsmedium für Verlage und Unternehmen, wenn man es schafft, in diesen viralen Flow reinzukommen, wenn man es schafft, kommuniziert zu werden (durch Weiterempfehlungen).“
  • „Pure Information interessiert niemanden. Was im Internet zählt, ist nur der Nutzen.“ Weiterlesen

“Der E-Book-Markt wird in Deutschland abheben” – Interview mit Dr. Ulrich Hermann

Neue technologische Entwicklungen und Nutzertrends haben wieder Schwung in den deutschen E-Book-Markt gebracht. Welchen Trend finden Sie besonders spannend? Und warum?

Die Verbreitung des IPad von Apple und das Entstehen einer neuen Tablet-Industrie in unterschiedlichsten Betriebssystemen ist ein erstaunliches Phänomen mit Blick auf die Geschwindigkeit und Größenordnung des neuen Geschäftsfeldes. Das Tablet und sein Userinterface kann als eine weitgehende „Humanisierung“ einer Mensch-Maschine-Schnittstelle verstanden werden, die sich in die Sinneswelt des Menschen weitaus harmonischer eingefügt als das mit Lap Top oder PC im Ansatz möglich war. Bis heute gab es mit Blick auf die Nutzungsformen kein Medium, das dem Vergleich einer natürlichen und im Kindesalter gelernten Haptik eines Printmediums Stand hielt. Ausgestattet mit einer dem Printbuch vergleichbaren Haptik, aber mit fantastischen Vorteilen gegenüber einem Buch, wird sich der Trend, mit dem sich derzeit das Tablet verbreitet, weiter beschleunigen. Zu nennen sind hier etwa die Vernetzung mit weiteren Inhalten, die Nutzung einer gesamten Bibliothek auf einem Device zum Gewicht eines Taschenbuches oder der bequeme ortsungebundene Zugriff auf Millionen von Titeln.

Dr. Ulrich Hermann
Wie können Verlage die zunehmende Komplexität an Endgeräten, Formaten und Kanälen auf dem E-Book-Markt erfolgreich managen? Was raten sie kleineren Verlagen?
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“Ich gehe davon aus, dass sich das Blatt im kommenden Jahr flächendeckend in Richtung Android wendet” – Interview mit Volker Oppmann

Herr Oppmann, zum 1. August haben Sie Ihre Digitalschmiede Textunes an Thalia verkauft. Seither sind Sie für die Hagener Buchhandelskette Ansprechpartner für alle Fragen rund um E-Books, Apps und Co. Was hat sich für Sie und Ihr Team dadurch verändert?

So paradox es sich vielleicht auf den ersten Blick anhören mag: Wir haben durch den Verkauf einen großen Grad an Freiheit gewonnen, nicht zuletzt dank des Vertrauens und der Wertschätzung, die uns unsere Hagener Kollegen entgegenbringen. Durch die neue Konstellation haben wir zudem die Möglichkeit, nun eine ganze Reihe von Initiativen anzustoßen, die ansonsten wahrscheinlich für immer als bloße Konzepte in der Schublade geblieben wären.
Persönlich schätze ich insbesondere den offenen und konstruktiven Umgangston auf allen Ebenen. In einem Satz: Wir haben eine Menge zu tun, enorme Herausforderungen vor uns, aber auch eine Menge Spaß an der Arbeit. Ich könnte mir aktuell keinen Job vorstellen, der spannender wäre.


Aktuell entwickeln Sie eine App, mit der u. a. eine digitale Verfügbarkeitsabfrage für alle Thalia-Buchhandlungen möglich sein soll. Was ist außerdem geplant, um den Leser dabei zu unterstützen, dass er im (digitalen) Bücherdschungel genau das findet, was ihn interessiert?

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“Wir wollen jedes Buch auch in digitaler Version veröffentlichen” – Interview mit Oliver Pux, Bastei Entertainment

Hat das E-Book in Deutschland den Durchbruch geschafft? Wie ist Ihre Einschätzung?

Zweifellos ist das E-Book auf dem Vormarsch, es wäre allerdings falsch, von einer erdrutschartigen Verschiebung,  weg vom physischen Buch zu sprechen. Wir werden in den kommenden Jahren auch weiterhin hohe prozentuale Zuwachsquoten im digitalen Bereich verzeichnen können. Wichtig ist jedoch damit einhergehend die zunehmende Verbreitung von Readern, Tablets und Smartphones. Nur so werden digitale Ausgabeformen im Bewusstsein einer breiten Leserschaft „ankommen“.

Oliver Pux
Wohin  geht der Trend bei der E-Produktentwicklung? Wie wird sich das Verhältnis „originär digital“ und „Print für digital adaptiert“ entwickeln? Wie sieht es bei Lübbe diesbezüglich momentan und in der Zukunft aus?
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“Mehr Mut zur Veränderung. Wichtig ist eine schöpferische Zerstörung.” – Interview mit Hans-Joachim Jauch, Oldenbourg Industrieverlag

1. Sie haben die Zeitschrift atp edition einem „radikalen Relaunch“ unterzogen. Was waren die Gründe und die Ziele?

Anfang 2009 wirkte sich die globale Wirtschaftskrise bei der Zeitschrift atp – Automatisierungstechnische Praxis durch einen raschen, heftigen Rückgang der Anzeigenschaltungen aus. Wir produzierten damals aufgrund einer Liefervereinbarung mit der GMA (Gesellschaft Mess- und Automatisierungstechnik im VDI/VDE) monatlich über 16.000 Hefte, größtenteils für deren Mitglieder. Das Heft wurde zum Verlustbringer. Da wir nicht wussten, wie lang die Anzeigenkrise andauern würde, entschlossen wir uns, rasch zu handeln; mit dem Ziel, schon ab 2010 wieder profitabel zu sein.


2. Wie sind Sie vorgegangen? Wie haben Sie Mitarbeiter, Leser und Anzeigenkunden eingebunden?
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“Digitales Publizieren muss für Kinder völlig anders gedacht werden als für Erwachsene” Interview mit Annika Hartmann

Anlässlich unseres Kindermedienkongresses „Was geht App für Kids? – Die Zukunft der Kindermedien“ am 23.11.2011 haben wir mit Annika Hartmann, bei Lübbe Projektreferentin E-Publishing, ein Interview geführt.

Annika Hartmann

Annika Hartmann


1)
Kinderbücher haben ihren Weg auf iPad, iPhone & Co gefunden – was sind augenblicklich die größten Herausforderungen für Verlage?

Digitales Publizieren muss für Kinder völlig anders gedacht werden als für Erwachsene: Nur Text funktioniert hier nicht. Kinder wollen Bilder, Animationen und Ton. Aus dieser Überlegung ergeben sich aber Einschränkungen, was die Lesegeräte angeht: Bunte, spannende und ansprechende digitale Kinderbücher können noch nicht auf allen Geräten gelesen werden. E-Books für Kinder attraktiv umzusetzen ist auf der einen Seite kostenintensiv, auf der anderen Seite sind die Vertriebswege eingeschränkt. Um auf diese Herausforderung angemessen reagieren zu können, müssen Verlage die technischen Entwicklungen der Geräte genau beobachten, Projekte überlegt planen und zielgerichtet investieren.


2) Wann sollte man die hohen Kosten einer App-Entwicklung in Kauf nehmen? Anhand welcher Kriterien treffen Sie diese Entscheidungen?

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Paid-Content-Konferenz vom 24.10.: Best of

Auf der Paid-Content-Konferenz Apple, Android und Co. − Erfolgsmodell App-Economy? hatten wir wieder ein spannendes Programm und hochkarätige Referenten zu Gast in München. Ein paar der vielen guten Zitate gibt es hier:


1) Martin Korosec, Geschäftsführer, Verlag Werben & Verkaufen

„Ein Magazin, das klassischen Print-Content auf Tablets überträgt, reicht nicht aus, es muss mit Fun, Erlebnis verknüpft sein.“

„Grundsätzlich haben Sie keine Zielgruppe und jede. Denn alle iPad-Nutzer sind grundsätzlich potenzielle Leser.“

„Wir verkaufen kein Papier. Ich bin kein Papier-Händler, ich bin Content-Händler.“


2) Michael Reuter, Co-Gründer, AppAdvisors

„Apps sind sexy.“

Gute Apps haben ein ansprechendes Design, vermitteln eine erstklassige User Experience (d.h. bieten einen Nutzwert, für den der Kunde gern zahlt), versprechen Instant Gratification, indem sie die Erwartungen des Kunden unmittelbar befriedigen, und bieten zugleich funktionierende Geschäftsmodelle, mit denen man Geld verdienen kann.


Denn: „Apps sind Produkte und daher verkäuflich.“


3) Cornelia Schulze, Senior Vice President Thieme Publishers, Georg Thieme Verlag

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Journalismus und Social Media – Gregor Vogelsang im Akademie-Interview

Social Media-Redakteur, Community-Manager, Social Network-Manager – Ist die „Facebook-Redaktion“, wie es im Titel Ihrer Keynote heißt, lediglich ein weiteres Arbeitsfeld für Journalisten oder ein gänzlich neues Berufsbild? Wie sieht der Journalist der Zukunft aus?
Weder noch: Der Umgang mit Menschen in Sozialen Netzwerken ist inzwischen ein zentraler und integraler Bestandteil journalistischen Arbeitens. Wer heute als Kapitän auf einem Großsegler seinen Dienst verrichtet, benötigt im Vergleich zu vor 500 Jahren auch andere, zusätzliche Kenntnisse und Fähigkeiten.

Gregor Vogelsang
Es geht also nicht so sehr darum, in Zukunft alles anders zu machen. Social Media eröffnet vor allem neue Wege, um das, was guten Journalismus ausmacht, besser zu machen: Journalisten sind damit in der Lage bessere Geschichten zu erzählen, weil sie neue, direktere Möglichkeiten der Recherche zur Verfügung haben (Stichwort: Crowd Sourcing). Außerdem können sie sich damit viel direkter mit den Mediennutzern auseinander setzen. Und: Journalisten haben damit einen neuen Kanal zur Verfügung, um Inhalte zu verbreiten. Das bedeutet natürlich auch eine Umstellung für den einen oder anderen Journalisten. Für eine Social Media-Plattform zu schreiben, die richtigen Worte und den richtigen Ton auf oftmals nur 140 Zeichen zu treffen weicht sehr stark von der „klassischen“ Berichterstattung ab. Der direkte Dialog auf Social Media-Plattformen wie Facebook, Twitter & Co. wird immer wichtiger. Zeitnahe Reaktion, der Umgang mit manchmal kritischem User-Feedback, die Interaktion zwischen Autor und Leser oftmals in Echtzeit – diese Aspekte von Social Networks sind neue Herausforderungen, denen sich ein Journalist heute stellen muss.


Wie passen Qualitätsjournalismus und Social Media zusammen?

Qualität ist nicht allein dadurch gegeben, dass ein Beitrag gedruckt oder gesendet wird. Und Qualität hat auch nichts mit der Länge des Beitrags zu tun, siehe die berühmte „Short Story“ – heute  würde man dazu Tweet sagen – von Earnest Hemingway: „For sale: Baby shoes, never worn.“ Weiterlesen

“Wir haben die Wurzeln von WIRED genommen und für Deutschland adaptiert” – Referent Thomas Knüwer im Interview mit der Akademie

1) Das Vertrauen ihrer Zielgruppen erlangen Verlage heute nicht mehr nur durch redaktionelle Qualität, sondern gerade im Bereich Social Media auch durch zunehmende Personalisierung und mehr Transparenz. Wie kann das Verlagsmanagement hier die richtigen Weichen stellen?

Fische stinken vom Kopf Thomas Knüwerher. Auch das Verlagsmanagement muss sich mit digitalen Technologien auseinandersetzen und sie selbst anwenden. Genauso wie Entscheider über die Entwicklungen in der Drucktechnik auf dem Laufenden sein müssen, müssen sie dies auch im Lande des Digitalen. Und das bedeutet eben: Nicht nur bei den Verlagsbranchen-konferenzen anwesend sein, sondern bei Treffs der Internet-Branche wie SXSW, Le Web oder Re-Publica – denn dort erfährt man, was als nächstes kommt.

2) In Ihrem Blog Indiskretion Ehrensache schreiben Sie „Nur online/im Internet sein reicht nicht“, wenn es um die Unternehmenspräsenz im Internet geht. Was machen Unternehmen hier falsch und worauf kommt es eigentlich an? (zum Artikel)

Unternehmen sehen Ihre Homepage als Mischung aus Flugblattwerbung und Visitenkarte. Sie berauschen sich an platten Werbekampagnen. Stattdessen sollten sie sich fragen: Warum sollte ein Verbraucher meine Seite mehr als einmal besuchen? Weiterlesen

Dr. Vera Glas über die datenschutzrechtliche Lage bei der Nutzung von Facebook, Twitter & Co.

Vor kurzem hat das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz (ULD) in Schleswig-Holstein angekündigt, mit empfindlichen Strafen von bis zu 50.000 € gegen gewerbliche Datenschutzsünder vorzugehen, wenn deren Aktivitäten im Social Web nicht gesetzeskonform sind. Wie aber genau die gesetzliche Lage bezüglich der Nutzung von Facebook, Twitter und all der anderen Netzwerke ist, wie mit Kunden- und Mitarbeiterdaten in der elektronischen Kommunikation zu verfahren ist und dergleichen mehr – darüber herrscht nicht zuletzt seitens der Gesetzgeber Unklarheit. Das Medium ist jung und Gesetzgebung gerade in Deutschland geprägt von Instanzverwirrung und Langwierigkeit.
Dennoch tummeln sich immer mehr Unternehmen mit teilweise höchst unprofessionellen Auftritten im Web und das Thema Datenschutz ist in der unternehmensseitigen Aufmerksamkeit gesunken. Doch der Vorstoß Schleswig-Holsteins könnte Schule machen und das ist Grund genug, mal nachzufragen: Dr. Vera Glas, Rechtsanwältin bei Lausen Rechtsanwälte in München, hat uns einige Fragen zum Datenschutz beantwortet.

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Wie viel Social Media braucht ein Verlag? 5 Thesen von Karl-Heinz Behrens, Moderator und Mitveranstalter des Rheingauer Verlegerkonvents

Karl-Heinz Behrens

Karl-Heinz Behrens

Das klassische Verlagsmodell, Produkte für Zielgruppen zu entwickeln und in den Markt zu pushen, ist überholt! Wertschöpfung und neue Geschäftsmodelle liegen vermutlich in einer Vielzahl von Kombinationen immer kleinteiligerer und individueller Angebote von Inhalten und Services und der Bedienung ebenso vielfältiger Medienkanäle. Communities und Social Media werden für den Verlag zum Treiber von Produktentwicklung und zum wertvollen Marketing-Tool.

Fünf Thesen zum Thema „Wie viel Social Media braucht ein Verlag?“

These 1: Kunden haben sich grundlegend verändert –  nicht nur in ihrem Nutzungsverhalten, sondern auch in der Erwartungshaltung!
Steigender Medienkonsum, Multitasking, Illoyalität dem Anbieter gegenüber sind die Parameter für die Verlage auf der einen Seite. Der „Kunde 2.0“ ist ein flüchtiges Wesen. Er bevorzugt Informationshäppchen, scheut dauerhafte Bindungen und wählt seine Partner nach der Devise: „Was bringt mir die Kommunikation und wie fühle ich mich dabei?“. Social Media kann den Verlagen dabei helfen, die veränderte Motivlage und Wünsche ihrer Kunden in deren Umfeld zu ergründen und besser zu verstehen. Weiterlesen